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Meisterwerke in 3D - Megapixelgalerie im 3D Museum Esens |
| Interview mit einem Wiemir Ob das denn wirklich nötig war, wollen Sie wissen? Nein, war es nicht. Es war ebenso unnötig wie die Entdeckung Amerikas, der Bau eines Doppeldeckers oder der Glaube an einen allwissenden Gott. Warum ich es trotzdem ge- macht habe? Aus Egoismus und Neugier und weil ich mich in das Mädchen mit der Perle verliebt hatte. Ich wollte glauben, sie berühren zu können - wenn ich es nur wagte. So ent- stand dieses Ausstellungsprojekt. Das Mädchen mit der Perle, die milchausgießende Magd, Mona Lisa und viele andere stehen heute greifbar vor meinen Augen. Ganz unabhängig davon, ob es sie je wirklich gegeben hat oder ob sie reiner Vision entsprungen sind, ermögliche ich Ihnen den Übergang in den konkreten Raum unserer körperliche Vorstellungswelt. Sie sind somit nicht länger Anlass für menschliche Annahme von etwas, das sich nur spekulativ be- gründen liesse, sondern werden zum aktuell existierenden Gegenstand ihrer Darstellung selbst. Die Grenze zwischen der Vorstellung von Wirklichkeit (der Vision, dem Traum) und der realen Wirklichkeit (dem unabweisbaren "Da-sein") verwischt im Verlust der Unschuld, denn das Mädchen mit der Perle ist nicht länger bloßes Abbild einer begehrenswerten Mög- lichkeit, sondern fordern hier und jetzt und ganz konkret ihr Recht auf körperliche Präsenz in der sinnlichen Wahrnehmung des Betrachters. Hier bin ich, sagt sie. Liebe mich! Ob ich das denn tatsächlich so hoch aufhängen will, fragen Sie? Nicht unerreichbar hoch. Es ist eine Sache der Wahrnehmung und der Bewusstwerdung. Ein 2D Bild ist ein Abbild. Ein 3D Bild ist ein virtueller Gegenstand und der Unterschied zwischen dem Abbild eines Menschen und seiner körperlichen Präsenz - und sei es nur in der visuellen Wahrnehmung - ist beträchtlich. Nehmen wir noch einmal das Mädchen mit der Perle. Das Ölbild ist extrem rissig, ziemlich kaputt, könnte man sagen. Doch spielen diese Risse eine gewaltig Rolle im Gefühl, das man für dieses Bild entwickeln kann. Sie rücken es irgendwie in unerreichbar weite Ferne. Emotional, nicht zeitlich, mir geht es zumindest so. Das Mäd- chen mit der Perle entrückt dem Betrachter, es wird zur unerfüllbaren Leidenschaft. Man kann es regelrecht sehen, es würde zerbrechen, wenn man versuchte, es zu berühren. In der 3D Rekonstruktion werden diese Risse nun zu körperlichen Rissen in ihrer Haut (das Gesicht erhebt sich im 3D Bild ja von seinem Malgrund und nimmt die Textur in Form aller visuell wahnehmbarer Bildmerkmale mit). Ich empfinde das als ein gewaltiges Drama - im positiven Sinne. Es ist eine grosse Inszenierung der Authentizität. Das Mädchen ist gealtert und dabei so schön geblieben, wie Vermeer es uns zeigen wollte. So tritt sie mir aus dem Malgrund entgegen und ihre rissige Haut schneidet meine Lippen, als ich sie küsse. Elmar Spreer, 20. April 2004 Detail - Das Mädchen mit der Perle ![]() Blick ins Atelier - Vorbereitungen zur Ausstellung ![]() Technik - für Freaks Mit einer speziell für dieses Projekt entwickelten Software wurde Farbe und Räumlichkeit des Bildinhaltes erfasst (bzw interpretiert) und in ein virtuelles 3D Modell übersetzt. Von diesem Modell wurde mit einer ebenfalls virtuellen Kamera eine Sequenz von 15 stereoskopischen Bildpaaren aufgenommen, die zum 3D Lenticularbild verrechnet wurden. Der Druck erfolgte auf formhaltigen Kunststoff, der abschliessend mit der 15 LPI 3D Lenticularfolie verklebt wurde. Technik - für Normalsterbliche Lenticularbilder sind 3D Bilder, die (ähnlich wie Hologramme) ohne Hilfsmittel (3D Brillen etc) betrachtet werden können. Lenticularbilder werden am Computer hergestellt und gedruckt ... sie brauchen keine spezielle Beleuchtung ... Mehr Infos zur Lenticulartechnik Screenshot der eingesetzen Software. ![]() Sehen Sie nachfolgend die Bilder der Ausstellung. Jeweils links das Originalbild. In der Mitte die Farben der Palette, die der Maler benutzt hat, um es zu malen. Rechts die Dekodierung der Räumlichkeit des Bildgegenstandes. Darunter eine animierte Darstellung des 3D Bildes. Alle 3D Bilder sind 60 x 80 cm gross auf 15 LPI Lenticularlinse. Optische Tiefe zwischen 30 und 50 cm. Das Mädchen mit der Perle ![]() ![]() Der Mann mit dem Goldhelm ![]() ![]() Lesende alte Frau ![]() ![]() Zwei Mädchen am Klavier ![]() ![]() Milchausgießende Magd ![]() ![]() Mona Lisa ![]() ![]() Napoleon ![]() ![]() |
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