3D Interpretationen von Aufnahmen des Hubble Space Telescope
Technik: 3D Lenticular
Software: 3DZ
Formate: bis 60x80 cm

Erde - Sonne - Mond
3D Planeten vor Hubble Hintergründen
Technik: 3D Lenticular
Software: 3DZ
Formate: bis 80x60 cm

Gedanken

Die Künstler des Traumlaboratoriums sind Forscher.
Nicht anders als andere Forscher streben sie nach Wissen.
Sie erforschen den Kosmos des Möglichen nach Hinweisen auf das Wesentliche,
folgen Spuren und Vermutungen, um - wenn es glückt - unserem Wissen
um uns
und um das Universum
weitere Erkenntnis
und Einsicht hinzuzufügen.
Die Quell-Bilder dieser Serie wurden von Astronomen in der ganzen Welt
mit dem Hubble Space Telescope aufgenommen. Sie zeigen ferne Galaxien,
kosmische
Nebel, Schwarze Löcher, Sternentstehungsgebiete und Dunkle Materie.
Diese Bilder gehören uneingeschränkt der gesamten Menschheit - für alle Zeit.
Gravitationslinse ...
Wie soll ich sagen ... mir ist beim Anblick dieser Bilder irgendwie unwohl.
Sie wollen sich meinem Bewusstsein nicht wirklich mitteilen.
Ich sehe sie, aber ich kann ihren Anspruch auf Realität nicht nachvollziehen.
"Urknall", "Expansion des Universums", "gekrümmte Raumzeit".
Begriffe,
die jedes Kind schon einmal gehört hat.
Worte die mich erreichen ... und doch verstehe
ich nicht.
Supernova ...
Mir erscheinen diese Bilder wie gekonnte Computergrafiken (was sie aus rein technischer
Sicht
ja wohl
irgendwie auch sind). Mein Bewusstsein sträubt sich. Die Vorstellung,
dass sie etwas zeigen könnten,
das wirklich
existiert - "so gross", "so weit weg",
"so lange her" -
sprengt mein Vorstellungsvermögen.
Ich sehe die Sterne am Himmel,
und selbst das
kann ich kaum fassen.
Schon immer habe ich nachts staunend in den
klaren Himmel
gestarrt.
Sind diese hellen Punkte wirklich mehr als Nadelstiche im
Kleid der Nacht?
Auf dem Rücken liegen, die Augen am Himmel festgeklebt ... eine Sternschnuppe rast vorbei.
Das Band der Milchstrasse ...
Grund genug für einen Künstler sich dieser unerhörten Bilder anzunehmen.
Die unantastbaren Sterne für einen kurzen Moment der Anmaßung vom Himmel holen.
Sie irgendwie be-greifbar zu machen. Ein Stück roher menschlicher Begierde.
Es ist unglaublich und noch viel unerhörter als die Bilder selbst, wenn man beginnt,
sie mit den Mitteln zu bearbeiten, die ich mir für diesen Zweck zurecht gelegt habe.
Die Grösse meines Universums erstreckt sich auf etwa einen halben Meter Tiefe
vor und hinter meiner digitalen Leinwand. Ich presse die Unendlichkeit in ein Bild,
das seinen eigenen Rahmen sprengt. "M17" zum Greifen nah. Der Urknall domestiziert.
Habe ich Grund mich zu fürchten?
Werden die Götter verzeihen, dass ich es
wagte, in ihren Palast einzudringen?
Meine Bild-Quellen sind 2D.
Gibt es wissenschaftlich fundierte Tiefen-Informationen dazu?
Es ist egal, denn es geht nicht darum, der Unglaublichkeit eine weitere hinzuzufügen.
Keine - und noch so gute - Begründung würde es wahrscheinlicher machen.
Was bedeuten Lichtjahre?
Die Sonne ist acht Lichtminuten von der Erde entfernt.
Wie weit ist das wirklich?
Ich herrsche über Raum und Zeit und
krümme die Ewigkeit an der
Schwerkraft
meiner Ratlosigkeit.
So muss es sein.
Ich kann es mir nicht anders vorstellen.
Die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten ist Gegenstand von Spekulation.
Nein, es geht nicht um mangelndes Wissen - denn ich weiss.
Es geht um mein Unfähigkeit, das Wissen auch zu glauben.
Ich bin in einer existentiellen Krise ...
Es geht für mich darum, die Kontrolle wieder-zu-gewinnen, also platziere ich Erde, Sonne und Mond neu.
(Damit auch mein Schicksal? Wer kann das sagen?)
Ich bestreite meinem Gott das Recht,
mich länger im Unklaren über seine wahre Absicht zu
lassen
und baue mein eigenes Universum
aus den
Rätseln
seiner Schöpfung und meiner
Sehnsucht nach Vollkommenheit.
Elmar Spreer, 01.05.2003
Das Hubble Space Telescope wurde am 24.April 1990 im Weltraum stationiert und
macht seither - unbeeinflusst von atmosphärischen Störungen - die spektakulärsten Bilder
des Universums, die die Menschheit je gesehen hat. Kein terrestrisches Teleskop
errreicht
die Qualität der HST Aufnahmen.
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