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Wir sind Fotografen.
Jäger, Eroberer und Forscher, die in jeder Begegnung mit dem Erwarteten
den Aspekt des Unerwarteten gleichermassen herbeisehnen wie fürchten,
denn wie leicht könnten wir im entscheidenden Moment an unserer eigenen
Unaufmerksamkeit oder Unentschlossenheit scheitern. Das Bild würde
unwiederbringlich nicht entstehen, wäre verloren für alle Zeit.

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Unserer Bilder sind weit mehr als wertneutrale oder auf Vollständigkeit
bedachte Dokumentationen. Sie überliefern dem Betrachter vielmehr jene
einzigartig herausragenden Momente der Beständigkeit im unaufhaltsamen
Strom der Veränderung.

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Unsere Bilder sind nicht Produkt willkürlicher Phantasie, sondern beziehen
ihre Kraft aus der unmittelbaren konkreten und unaufschiebbaren archaischen
Begegnung mit den poetischen Konstanten des Unerwarteten. Wir arrangieren
nicht. Nichts ist aufschiebbar, es gibt keinen Entwurf, keine Skizze, keine
Vergangenheit und keine Zukunft. Alles ist andauernde Gegenwart, alle
Entscheidungen sind unmittelbar.

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Der Begriff ‚Schönheit' verliert seinen tradierten Sinn.
Schönheit ist nicht länger eine Frage formaler Ästhetik, sondern ein Merkmal
der Authentizität. Hässlichkeit nicht länger Ausdruck schlechten Geschmacks.

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Schön ist ab heute - und für alle Zeit - die unabweisbare Präsenz des den
Dingen innewohnenden poetischen Aspekts und hässlich allein die Ignoranz,
die einem beliebigen Stein am Wegesrand seine Einzigartigkeit abspricht.

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Es geht uns darum, das Offensichtliche zu demaskieren. Die Schönheit,
das verborgene Wesentliche hinter der Fassade der Realität zu zeigen
oder wie Breton forderte: die Pfade der Begierde nicht zu verlassen.


E. 2005

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