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Wir sind Fotografen.
Jäger, Eroberer und Forscher, die in jeder Begegnung mit dem Erwarteten
den Aspekt des Unerwarteten gleichermassen herbeisehnen wie fürchten,
denn wie leicht könnten wir im entscheidenden Moment an unserer
eigenen
Unaufmerksamkeit oder Unentschlossenheit scheitern. Das Bild würde
unwiederbringlich nicht entstehen, wäre verloren für alle Zeit.
...
Unserer Bilder sind weit mehr als wertneutrale oder auf Vollständigkeit
bedachte Dokumentationen. Sie überliefern dem Betrachter vielmehr
jene
einzigartig herausragenden Momente der Beständigkeit im unaufhaltsamen
Strom der Veränderung.
...
Unsere Bilder sind nicht Produkt willkürlicher Phantasie, sondern
beziehen
ihre Kraft aus der unmittelbaren konkreten und unaufschiebbaren
archaischen
Begegnung mit den poetischen Konstanten des Unerwarteten. Wir
arrangieren
nicht. Nichts ist aufschiebbar, es gibt keinen Entwurf, keine
Skizze, keine
Vergangenheit und keine Zukunft. Alles ist andauernde Gegenwart,
alle
Entscheidungen sind unmittelbar.
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Der Begriff ‚Schönheit' verliert seinen tradierten Sinn.
Schönheit ist nicht länger eine Frage formaler Ästhetik, sondern
ein Merkmal
der Authentizität. Hässlichkeit nicht länger Ausdruck schlechten
Geschmacks.
...
Schön ist ab heute - und für alle Zeit - die unabweisbare Präsenz
des den
Dingen innewohnenden poetischen Aspekts und hässlich allein die
Ignoranz,
die einem beliebigen Stein am Wegesrand seine Einzigartigkeit
abspricht.
...
Es geht uns darum, das Offensichtliche zu demaskieren. Die Schönheit,
das verborgene Wesentliche hinter der Fassade der Realität zu
zeigen
oder wie Breton forderte: die Pfade der Begierde nicht zu verlassen.
E. 2005 |